Donnerstag, 9. Juni 2016

Neue Medizin, neues Glück * Yagé mit Taita José

Meine Erfahrungen mit Yagé (aka Ayahuasca) von und mit dem traditionellen Schamanen Taita José Francisco Jojoa Pai aus Kolumbien waren grundlegend anders als meine bisherigen Ayahuasca-Erfahrungen. Aber zunächst zu den Rahmenbedingungen.

Das Ganze fand auf einem wunderschönen Platz, einer Wiese mitten im Wald, an einem wundervollen kleinen Fluss, in einer urigen, grünen Umgebung statt. Die Zeremonien selbst wurden in diesem großen, zum Himmel strebenden Tipi abgehalten. Alles wurde mit sehr viel Liebe ausgesucht und vorbereitet.
Ich habe drei Wochenenden hintereinander teilgenommen und die Medizin in mir arbeiten lassen. Es gab jeweils eine Zeremonie Freitagnacht und eine Samstagnacht, wobei die erste Zeremonie vornehmlich der geistigen und körperlichen Reinigung und Vorbereitung diente. So wurde der Weg bereitet für tiefere Arbeit und Erkenntnisse in der zweiten Nacht.






Zum ersten Mal habe ich die Medizin in der Natur getrunken und will dies nie wieder missen. Erst jetzt habe ich wirklich verstanden, dass die göttliche Liebe in der Natur ist. Was es wirklich bedeutet, mit der Natur verbunden zu sein und dass der Himmel auf Erden ist und nicht woanders. Und dass ich - wie es mir in früheren Ayauhasca-Zeremonien oftmals schien - nicht sterben oder diese Realität verlassen muss, um den Himmel zu erfahren, im Himmel zu sein. Ich werde sowieso nie sterben. Ich habe daher keine Angst mehr vor Ayahuasca. Diese Angst hat mich zum Glück verlassen.

Ich bin endlich richtig geerdet. Auf der Erde angekommen. Ich hatte mich in letzter Zeit zunehmend ungeerdet gefühlt, häufig, als wäre mein Geist nicht ganz hier auf der Erde, sondern irgendwo in den Sternen. Dieses Gefühl ist jetzt weg. Ich fühle mich verwurzelt und in Liebe mit der Erde verbunden.




Abgesehen von diesem Eintauchen in die Liebe der Natur war meine wichtige Erkenntnis dieser Erfahrung: Einsamkeit ist nur eine Illusion! Das Auflösen meiner Einsamkeit war die für mich wichtigste Fragestellung, die ich  mit in diese Arbeit genommen hatte. Und wie immer hat die Medizin mir letztlich die Antwort geliefert und ein schier unlösbares Problem aufgelöst.

Ich habe verstanden, dass ich die Liebe einfach mir selbst schenken kann und dass es auch nur so rund und richtig ist. Denn erst, wenn ich die Liebesenergie bei mir behalte, mich selbst liebe, sozusagen einen in sich geschlossenen Liebeskreislauf bilde, kann ich auch wahrhaftig andere
lieben. Ich bin nie einsam, weil ich mich selbst liebe - ich habe ja immer mich selbst! Und ich bin frei - davon befreit, zurückgeliebt werden zu müssen. Ich brauche keine andere Person zur Ganzwerdung - denn ich bin ganz. Die einzige "Instanz", mit er ich wahrlich hier auf Erden eins werden kann, ist mein eigenes höheres Selbst. Dies ist die wichtigste und erste "Verbindung", die ich anstreben sollte.



Je mehr ich mit der Medizin arbeite und je tiefer ich auf diese Weise ins Leben eintauche, desto mehr entfernt sich meine Erfahrung von dem, was mit Worten noch greifbar ist. Das Wahre, das Eigentliche, das Leben lässt sich gar nicht in Worte fassen. Es ist alles Liebe. Es geht darum, immer tiefer in die Liebe einzutauchen. Es geht darum, unsere Fähigkeit zu lieben zu entdecken und Platz für diese Liebe in uns zu schaffen, uns dieser Liebe vertrauensvoll hinzugeben. An die Liebe zu glauben, an unsere Gefühle zu glauben und ihnen Raum zu geben, Raum für sie zu schaffen und an ihnen zu wachsen.

In der Schönheit der Natur, die die Medizin mir zeigt, offenbart sich mir die Liebe und durch die Liebe und eine innere Haltung der Dankbarkeit sehe ich die Schönheit in und meine Verbundenheit mit allem.



Alles ist stets fließende Energie und alles ist miteinander verbunden. In der "materiellen" Welt kommt es uns meist nicht so vor, aber alles ist ständig in Bewegung und im Fluss. Ich konnte die Energie meiner Hände und Aura, die ich sonst nur spüren kann, mit offenen Augen sehen - eigentlich transparent, aber doch sichtbar, so ähnlich wie heiße Luft aus der Ferne betrachtet.

Ich habe mein höheres, mein eigentliches Ich, sehr gut gespürt und gesehen, ich war dort. Ich bin immer mit diesem, meinem wahren Ich verbunden. Mein höheres Selbst ist mein Schutzengel und Begleiter. Ich weiß jetzt, dass es immer da ist, auch, wenn ich es nicht sehen oder spüren kann. Ja, vielleicht kann ich irgendwann immer in diesem großartigen Zustand weilen. Ich fühle mich dem jedenfalls ein gutes Stück näher gekommen.

Ich habe alte Verbindungen aus der Vergangenheit komplett losgelassen, losgelöst. Ich habe die Bänder, die mich energetisch noch dorthin verbanden, einfach durchgeschnitten. Und jetzt sind diese Verbindungen nicht mehr da, sondern sind jetzt tatsächlich nur noch in der Vergangenheit, wo sie eigentlich schon lange hingehören. Das ist so unglaublich befreiend und erleichternd!

Es scheint mir immer mehr, dass die Visionen im ersten Teil der Zeremonie nicht dazu "erdacht" sind, vom Verstand interpretiert zu werden. Sie sind zum Teil wie ein Geschenk der Medizin an mich, während sie in mir arbeitet, säubert, aufräumt.
Sie werden dann im Laufe der Zeremonie immer schöner und klarer und irgendwann sind sie besonders in Verbindung mit Musik völlig unvergleichbar und unsagbar schön. Zum Teil kann ich sehen, wie die Medizin in mir arbeitet, wie sie als lichterlohe wunderschöne Liebe durch meine Zellen fließt und alles heilt, klärt und bezaubert.

Da ist eine Dimension, die ich absolut nicht in Worte fassen kann. Sie ist wie unsere Quelle, aber allumfassend, unendlich groß und immer da, in jeder Zelle, in jedem Moment und es ist die reine Liebe und wunder, wunderschön. Alles geht aus ihr hervor und alles geht in sie zurück.

Gedanken sind es, die uns von der Liebe trennen. Wir spüren oft so wenig, dass wir die Leere mit zu vielen Gedanken kompensieren. Und dieses Gedankenkarussel hindert uns wiederum daran, der Liebe Tore zu öffnen, durch die sie in unser Leben strahlen kann.

Der Weg ist Achtsamkeit und Dankbarkeit, und spüren anstatt zu grübeln.

Ich habe  gehört, gesehen und gespürt (ist dies nicht alles dasselbe?), wie die Vögel ein wunderschönes, alles erfüllendes und alles miteinander verbindendes Konzert geben.

Der Taita José hat die ganze Zeit auf alle aufgepasst. Er ist auf astraler Ebene die ganze Zeit überall und wacht über alle Teilnehmer und den Zeremonieort. Er ist sehr mit allem verbunden und hat auf diese Weise Zugriff auf viele Informationen.

Ein ganz wichtiger Unterschied zu meinen bisherigen Erfahrungen mit anderen Schamanen ist übrigens, dass Taita José am Ende der Arbeit eine Schließung des Energiekörpers vornimmt. Der Geist der Pflanze öffnet alle Chakren des Körpers und durch dieses Abschlussritual verlässt der Geist unseren Körper und die Chakren können sich so wieder natürlich schließen, so dass man wieder vollständig und geschützt zurück in die physische Welt gehen kann. Dies funktioniert tatsächlich. Ich hatte sonst immer mehrere Wochen oder sogar Monate lang Backflashs und das Gefühl, nicht richtig in die physische Realität zurückgekommen zu sein. Dieses Gefühl war unmittelbar nach der Abschlussreinigung des Taitas weg. Vorher hatte ich oft das Gefühl, mein Energiefeld sei offen und ich konnte es kaum ertragen, mich in Menschenmengen zu bewegen. Nun ist es wieder gut und ich kann zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel viel entspannter nutzen.

In unendlicher Dankbarkeit an Taita José und seine Familie, die den weiten Weg von Kolumbien auf sich genommen haben und denen, die diese Arbeit möglich gemacht haben - und danke dem Universum für jeden lebendigen Augenblick.














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