Mittwoch, 2. März 2016

LSD und AYAHUASCA


Ein Erfahrungsbericht

(Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich habe nicht beides gleichzeitig konsumiert, sondern im Abstand von einigen Monaten.)

Das Setting war im Kölner Stadtwald an einem (leider) recht kalten aber sonnigen Tag. Ich habe mir mit meinem Bruder zwei Portionen LSD geteilt. Ich habe ca. eine ¾ Portion genommen und er 1 ¼, was mehr oder weniger proportional unserem jeweiligen Körpergewicht entspricht. Außerdem wollte ich bei meinem ersten Mal eine kleine Dosis probieren.

Wir haben gegen 10:30 Uhr angefangen und zunächst ca. 10 Minuten auf dem säuerlich schmeckenden Papierschnipsel herumgekaut, der die Mikrodosis von LSD trägt, die es für einen Trip braucht, bevor wir ihn dann herunterschluckten.

Es hat ca. eine Stunde gedauert, bis bei mir die ersten merklichen Veränderungen auftraten. Zunächst wurde meine Sicht scharf wie die eines Adlers. Ich konnte kleinste Details und Bewegung heranzoomen. So blieben wir immer wieder stehen und beobachteten Enten, Bäume und Hunde, als gäbe es nichts Spannenderes. Es kam mir vor, als wäre ein Schleier von meinen Augen gefallen, da auf einmal alles so klar und präzise zu sehen war. Gleichzeitig kam eine locker-leichte Heiterkeit und Lustigkeit auf, die sich immer mehr steigerte.

Es dauerte dann noch mal eine gute Stunde, bis ich plötzlich merkte, dass alles, was ich im Außen sah, in wundervollen Mustern miteinander verwoben war. Wir saßen auf einem Baumstamm und ich starrte auf einen Weg. Nach ein paar Sekunden legte sich auf das Bild vor meinen Augen wie eine Schablone ein mandala-ähnliches Muster von faszinierender Schönheit und Symmetrie - vielmehr sah ich plötzlich, dass alles, absolut alles, in perfekter Harmonie, Perfektion und Schönheit miteinander verbunden war.

Mir wurde klar: Jedes noch so unscheinbare Detail, jeder kleine Stein, jedes Holzstöckchen, jeder Laubfetzen  - egal, wie chaotisch uns alles erscheinen mag – alles hat seinen perfekt ihm zustehenden Platz im wunderschönen Zusammenspiel des Lebens. Nichts im Leben ist sinnlos, nichts ist weniger wert als etwas anderes. Alles ist gleich heilig, auch wenn es uns nicht so erscheinen mag, weil wir die Muster normalerweise nicht zu erkennen vermögen. 
(Man kann diese Muster auch googeln - Stichworte Fraktale, Sacred Geometry, Mandalas, Blume des Lebens.)


Ich hatte keine Angst. Ich fühlte mich sehr klar und wusste die ganze Zeit, wo ich bin und war mir voll meines Körper und meiner Umgebung bewusst.

Wir zogen dann einige Stunden lang im Stadtwald umher und suchten uns die letzten sonnigen Plätzchen aus, wo wir verweilen und in unseren LSD-“Bildern“ versinken konnten. Einmal saßen wir an Bahngleisen und ich starrte eine Weile lang auf das scheinbare Chaos von bewachsenen Steinen und Laub, die an den Seiten der Bahngleise zu sehen waren. Im Normalzustand hätte ich diesem Stillleben keine weitere Beachtung geschenkt, doch bei genauerem Hinsehen und der Zuhilfenahme von LSD offenbarte sich mir dort etwas ganz Wunderbares.

Ich stellte fest, dass ich in der Lage war, immer tiefer zu blicken, je länger ich auf dieselbe Stelle schaute. Die erste Stufe sind die „heiligen Muster“ und Fraktale, dann kommt eine Ebene, auf der ich sah, dass diese Muster sich bewegen und wie miteinander kommunizieren, oder, besser gesagt, tanzen. Es kommt mir vor wie ein kosmischer Tanz der Glückseligkeit, den alle Moleküle andauernd tanzen, nur können wir es normalerweise nicht sehen.

Je tiefer ich blicke, umso lebendiger wird das Bild vor mir. Die Muster werden plastischer und es kommen immer mehr Farben hinzu. Ich schaue immer tiefer und durchschreite eine Ebene nach der anderen. Mit einem mal kommt mir die Umgebung sehr bekannt vor. Es sind dieselben Muster, die ich aus Ayahuasca kenne und plötzlich fühle ich mich auch wie in Ayahuasca. Da ist diese Liebe und der Gedanke/das Gefühl, „das bin ich, das hier ist meine Seele“. Ich fühle mich eins mit mir und mit der Außenwelt.

Dann wandert mein Blick wieder zurück und ich sehe wieder die Steine und das Laub vor mir.

Eines wird mir dann klar: Ich bin an denselben Ort gegangen, an dem ich mit Ayahuasca war, nur bin ich diesmal von der anderen Seite gekommen. Wenn ich nach außen blicke, blicke ich gleichzeitig in mich rein. Wie innen, so außen.

Ich bin mir selbst aus einer anderen Perspektive begegnet.
Das war wunderwunderschön. <3






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